Ich betrachte es als großen Vorteil für mich als selbständigen Einzelunternehmer, (fast) überall auf der Welt arbeiten zu können. Seit dem Beginn meiner Selbstständigkeit habe ich stets darauf geachtet, mir diese Option nicht zu verbauen, denn ich liebe es auf Reisen, beispielsweise auf Mallorca, zu arbeiten – und meine Kunden haben nicht den geringsten Nachteil dadurch, ganz im Gegenteil, meistens bemerken Sie es wahrscheinlich gar nicht.

Ssie fragen sich, wie das gehen soll? Das einzige, was dafür nötig ist, ist ein mobiles Büro, nichts, was im Zeitalter von Internet und Mobiltelefonen nicht beinahe jeder machen könnte, der hauptsächlich am Computer arbeitet. Mein mobiles Büro besteht im Grunde aus einem Laptop, einem Mobiltelefon, einem Notizbuch und Schreibzeug. Viel mehr brauche ich nicht.

Mein Beruf sind Texte. Ich arbeite als Ghostwriter, Autor, Journalist und PR-Redakteur und habe damit keine allzu großen Anforderungen was Ausrüstungen und Infrastruktur angeht. Im Extremfall komme ich auch mit Papier und Feder ziemlich lange zurecht. Dieser Beruf ist deshalb geradezu prädestiniert dafür, auch mobil arbeiten zu können. Gerade als Ghostwriter gehört es manchmal sogar mit zum Auftrag, auf Reisen zu schreiben. Aber auch eigene Texte schreibe ich sehr gerne an Orten, die positiv auf mich wirken und mich inspirieren. Warum also nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden?

Internetzugang

Um von überall auf der Welt aus arbeiten zu können, benötigt man in erster Linie einen Internetzugang, nicht permanent aber hin und wieder um beispielsweise E-Mails zu beantworten oder Arbeiten abzuliefern. Hierzu gibt es die Möglichkeit, sich einen eignen mobilen Internetzugang zu besorgen und diesen bei sich zu haben, oder einfach einen lokalen Internetzugang vor Ort zu nutzen. Ich bevorzuge aus Kostengründen die zweite Variante und bin eigentlich immer ohne eigenen Internetzugang unterwegs. Gerade im Süden wird in jedem Café gratis WLAN angeboten und man kann seine Tätigkeiten im Internet gemütlich bei einem Kaffee abwickeln.

Computer

Ein eigener tragbarer Computer sollte hingegen schon zur Standardausstattung gehören. Ich verwende ein einfaches Notebook mit Linux als Betriebssystem, das mir in öffentlichen Netzwerken ein hohes Maß an Sicherheit bietet.

Software

Die benötigte Software hängt natürlich stark davon ab, was Sie beruflich machen. Als Konstrukteur werden Sie wahrscheinlich Ihre CAD-Software brauchen, ich als Autor brauche hauptsächlich mein Textverarbeitungsprogramm, E-Mail, Skype und gelegentlich etwas zur Bildbearbeitung.

Als Linux-Anwender benutze ich für alles Open-Source-Applikationen. Nicht nur weil sie kostenlos sind, sondern weil sie mir generell sehr sympathisch sind und viele Vorteile haben.

Online-Datenspeicher

Sehr praktisch, wenn auch nicht unbedingt erforderlich, können Cloud-Datenspeicher sein, besonders wenn man mit anderen größere Datenmengen austauschen muss, oder Daten zur Sicherung nicht ausschließlich auf der Festplatte des Laptops aufbewahren möchte. Ich benutze dafür momentan den kostenlosen Dienst von „Dropbox“. Sollte mir dieser einmal nicht mehr ausreichen, werde ich mir einen Cloud-Datenspeicher bei meinem Webhoster mieten.

So oder so, sensible Daten kommen niemals unverschlüsselt in die Cloud. Wer Cloud-Datenspeicher benutzt, sollte sich im Klaren darüber sein, dass er seine Daten auf einen Fremden Rechner, den Cloud-Server, kopiert und damit zumindest den Betreibern des Dienstes Zugriff darauf gewährt. Dropbox zum Beispiel hält sich eine Kopie aller Ihrer Daten, angeblich für eventuelle Strafverfolgungen, auf unbestimmte Zeit vor – auch wenn Sie Ihre Daten längst gelöscht haben. Meine Daten sind zwar keineswegs illegal, aber mein Privateigentum und werden von mir deshalb nur verschlüsselt in der Dropbox gesichert. Dafür verwende ich die freie Software GPG, die mit ihrer Verschlüsselung selbst für die Geheimdienste und Militärs dieser Welt ein beinahe unüberwindliches Hindernis darstellt. Kopien davon können sich die Betreiber der Dropbox gerne so lange aufbewahren, wie sie wollen.

Telefonie

Telefonieren mit einem Mobiltelefon im Ausland kann recht schnell sehr teuer werden. Dies vermeide ich mit VOIP oder ganz einfach mit kostenlosen Internettelefonaten, beispielsweise via Skype.

Analoge Alternative

Als Ausweichmöglichkeit zum Computer, als Reserve, zur Sicherheit und weil ich einfach gerne von Hand schreibe, habe ich auch immer ein Notizbuch, meine Füllfeder und ausreichend Tinte bei mir. Darüber war ich schon oft froh und werde dies mit Sicherheit beibehalten. Auch wenn Sie nicht beruflich schreiben, ein kleines Notizbuch kann nie schaden.

Post

Ich bekomme beruflich eigentlich keine Post in Papierform. Fast alle Rechnungen lassen sich bei den Anbietern inzwischen auf digitalen Versand umstellen, und wenn mir jemand eine Anfrage schickt, dann geschieht das im Normalfall per E-Mail. Die Unmenge an Papier, die jedes Jahr ihren Weg über meinen Briefkasten ins Altpapier findet, besteht also hauptsächlich aus Werbung. Eine Postweiterleitung habe ich deshalb noch nie für nötig gehalten. Im Idealfall hat man vielleicht jemanden zuhause, der einem hin und wieder den Briefkasten leert, die ganze Werbung entsorgt und sich gegebenenfalls kurz meldet, sollte sich doch etwas Wichtiges in den analogen Briefkasten verirrt haben.

Das ist also mein digitales Büro. Damit arbeite ich bei Schönwetter zuhause auf dem Balkon, in Cafés und, dafür ist es eigentlich gedacht, auf Reisen. Ich liebe es, auf Mallorca in Cafés zu arbeiten. Viel mehr brauche ich dazu nicht. Abhängig davon, was Sie beruflich machen, kann vielleicht noch das Eine oder Andere dazu kommen, aber ich denke, im Großen und Ganzen ist es das. Viel Spaß mit Ihrem mobilen Büro – es lohnt sich.