Auch wenn die Frage, ob man nun Autor oder Schriftsteller wäre, im Grunde genommen recht akademisch ist, taucht sie dennoch immer wieder auf. Wollen wir uns also kurz mit den Spitzfindigkeiten aus dem Leben eines Textschaffenden befassen.

Bbeide Begriffe, sowohl Autor als auch Schriftsteller, sind nicht geschützt. Es sind allerdings auch keine Synonyme. Sollten Sie dazu also weitere Recherchen betreiben, so werden Sie die unterschiedlichsten Ansichten und Definitionen finden. Im Folgenden finden Sie nun eine recht gängige Variante, die auch meiner Sichtweise der beiden Begriffe entspricht.

Der Autor ist ein Überbegriff. Jeder, der einen Text, egal welcher Art, verfasst, ist damit auch der Autor dieses Textes, solange er diesen nicht einfach irgendwo abgeschrieben hat. Der Begriff dafür wäre dann wohl eher Plagiator. Es spielt dabei keine Rolle, ob der Text veröffentlicht wird oder nicht, oder wie lang er ist. Auch der Inhalt ist irrelevant. Jemand, der einen Webseitentext oder Blogbeitrag schreibt, ist genauso deren Autor, wie jemand der ein Fachbuch oder ein Drehbuch schreibt. Möchte man den Autorenbegriff weiter verfeinern, so spricht man von Drehbuchautoren, Sachbuchautoren, Fachbuchautoren, Romanautoren und vielen mehr.

Doch was ist nun ein Schriftsteller? Ein Schriftsteller ist ebenfalls ein Autor, wenngleich nicht jeder Autor auch ein Schriftsteller ist. Der Begriff Schriftsteller wird häufig im Zusammenhang mit fiktionalen, erzählenden und belletristischen Texten und deren Autoren verwendet. Schriftsteller schreiben Romane, Novellen, Kurzgeschichten und Erzählungen jeder Art. Auch diese Definition ist nirgends in Stein gemeißelt, dennoch beschleicht mich immer dann dieses komische Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, wenn beispielsweise in Zusammenhang mit Sachbüchern oder Fachbüchern von Schriftstellern gesprochen wird. Es passt einfach nicht – Schriftsteller erzählen Geschichten und schreiben nicht vorrangig um Fachwissen zu vermitteln.

Ein Kriterium, das immer wieder kontrovers diskutiert wird, sind die Veröffentlichungen. Ist jemand, der ein Romanmanuskript verfasst, jedoch nicht veröffentlicht hat, bereits ein Schriftsteller oder „nur“ ein Autor? Und wie sieht es in diesem Zusammenhang mit Veröffentlichungen im Eigenverlag aus?

Ich persönlich bin der Meinung, dass jemand, der sich Schriftsteller nennt, seine Werke auch veröffentlicht haben sollte. Ob dies nun über einen klassischen Verlag, im Eigenverlag oder sogar online geschieht, ist meiner Ansicht nach zweitrangig. Auch sehr bekannte und erfolgreiche Schriftsteller haben schon im Eigenverlag oder sogar online veröffentlicht. Diese Autoren haben ihre Geschichten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – sie sind Schriftsteller. Als Beispiel dafür möchte ich nur E. L. James mit Fifty Shades of Grey nennen, die Ihre Erzählung ursprünglich im Internet veröffentlichte und heute Millionen von Büchern und Filmrechte dafür verkauft.