Im Umgang mit meinen Kunden bin ich ein recht unkomplizierter Mensch. Ich tendiere dazu, den Menschen zu vertrauen und mich auf mündliche Vereinbarungen zu verlassen. Das hat mich in letzter Zeit sehr viel Geld gekostet.

Mmündliche Vereinbarungen sind zwar herrlich einfach und unkompliziert, man erspart sich eine Menge Aufwand wenn man nicht alles vertraglich regelt. Das geht so lange gut, so lange sich auch alle an die getroffenen Vereinbarungen halten. Leider ist das nicht immer so und im Streitfall steht man ganz schön dumm da, wenn man nichts schriftlich hat und somit nichts beweisen kann. Ich sage es Ihnen wie es ist: In so einer Situation kostet Sie das richtig Geld.

Deswegen gehe ich nun dazu über, die wichtigsten Punkte der Vereinbarungen mit einem neuen Kunden immer schriftlich festzuhalten und mir vom Kunden unterschreiben zu lassen. Dazu gehören die wichtigen Eckdaten des Auftrages, wie Inhalt, Länge und Termine und das dafür fällige Honorar. Zusätzlich empfehle ich Vorauszahlungen beziehungsweise Anzahlungen sowie den Gerichtsstand für eventuelle Streitigkeiten aus diesem Auftrag und das geltende Recht schriftlich zu vereinbaren. Im Grunde genommen enthält dieser Vertrag den Auftrag selbst, so konkret wie möglich, und die wichtigsten Punkte meiner AGB. Damit ersparen Sie sich eine Menge Ärger.

Mein letzter Problemkunde, der nach meiner Lieferung einfach nicht mehr erreichbar war und die Bezahlung meiner Honorarnote verweigerte, war ein Schweizer. Natürlich hatte ich mit ihm nichts schriftlich vereinbart. Damit lag der Gerichtsstand am Wohnort des Schuldners, also in der Schweiz, und ich brauchte einen Schweizer Rechtsanwalt, um diesen Kunden zu verklagen. Zudem wurde dafür Schweizer Recht angewendet. Ich als Kläger war in der Beweispflicht und hatte dazu nichts als ein paar E-Mails. Das alles hätte sich vermeiden lassen.

Tun Sie sich als Selbstständiger selbst einen großen Gefallen und treffen Sie Vereinbarungen, zumindest mit neuen Kunden, schriftlich. Das ist kein grundsätzliches Misstrauen, schafft aber Klarheit und sichert alle Beteiligten ab. Es ist zwar etwas zusätzlicher Aufwand, alles schriftlich zu vereinbaren, aber es lohnt sich.

Zusätzlich empfehle ich, einmal einen Blick auf Ihre Rechtsschutzversicherung zu werfen und zu überprüfen, ob Sie für so einen Fall überhaupt versichert wären und ohne großes Risiko einen Rechtsanwalt mit dem Inkasso beauftragen können. Auch das erspart Ihnen vielleicht irgendwann so manche schlaflose Nacht. In meinem konkreten Fall musste ich den Rechtsanwalt leider aus eigener Tasche bezahlen weil Inkasso nicht durch meine Rechtsschutzversicherung gedeckt war. Trotzdem habe ich es getan, denn so lasse ich nicht mit mir umspringen. Lassen auch Sie sich so etwas nicht gefallen.