Da die meisten Autoren sich nicht regelmäßig Bücher von einem Ghostwriter schreiben lassen, haben sie auch keine Erfahrung und nur recht vage Vorstellungen, wenn überhaupt, welche Kosten mit so einem Projekt verbunden sind. Tendenziell werden diese geradezu unfassbar unterschätzt.

Iin den meisten Fällen sind diese vagen Vorstellungen auf irgendwelche fragwürdigen Informationen aus dem Internet zurückzuführen, die von den potenziellen Autoren leider nur selten hinterfragt werden. Der Entschluss, sich ein Buch schreiben zu lassen, ist schnell gefasst, wenn in diversen Foren von Kosten über wenige hundert Euro die Rede ist. Oft sind solche Informationen aber völlig aus dem Zusammenhang gerissen, denn ein mittelmäßiges E-Book mit nur wenigen Seiten kostet natürlich entsprechend weniger als beispielsweise ein fundiertes Sachbuch mit über 200 Seiten.

Wie groß ist der Aufwand, ein Buch zu schreiben?

Diese Frage lässt sich so pauschal nicht beantworten, denn die Antwort hängt stark vom konkreten Buchprojekt ab, und jedes Buch ist einzigartig. Lassen Sie mich aber versuchen, das in allgemeiner Form verständlich zu machen.

Versetzen Sie sich dazu einfach einmal in die Situation des Ghostwriters. Am Anfang treffen Sie sich mit dem Autor, der Ihnen detailliert alle Inhalte des künftigen Buches schildert, das Sie für ihn schreiben sollen. Das sind viele Gespräche von vielen Stunden Dauer, die Sie natürlich aufzeichnen. Anhand dieser Aufzeichnungen schreiben Sie nun die erste Rohfassung des Manuskriptes für das Buch. Falls Sie sich das nicht vorstellen können: Erfahrungsgemäß nimmt dieser Vorgang mehrere Monate Vollzeitarbeit in Anspruch. Nun folgen die Überarbeitungen und Abstimmungen mit dem Autor, der seine Änderungswünsche an der Rohfassung einbringt. Das kann Kapitel für Kapitel laufend gemacht werden, oder auch ganz am Ende mit dem kompletten Manuskript. So oder So, Sie als Ghostwriter müssen nun umschreiben um die Änderungswünsche des Autors einzuarbeiten, teilweise mehrfach. Im Extremfall schreiben Sie dazu ganze Kapitel komplett neu. Auch dieser Vorgang kann Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen.

Ein Ghostwriter arbeitet also über Monate ausschließlich an diesem einen Buch, sein gesamtes Einkommen stammt während dieser Zeit aus dieser Tätigkeit. Dass dies nicht unter 1.000 Euro zu machen ist, wie mancherorts im Internet behauptet wird, dürfte damit jedem klar sein. Jeder Monat Arbeitszeit kostet den Autor ein Monatsgehalt des Ghostwriters, und zwar Brutto, denn auch er ist Unternehmer und muss Steuern und Abgaben bezahlen. Auch wenn diese Monatshonorare in aller Regel nicht übertrieben hoch sind, verglichen zum Beispiel mit einem Handwerker, treiben sie die Kosten auch für ein vergleichsweise kleines Buch schnell über 10.000 Euro. Betrachten Sie das bitte einfach wieder aus Ihrer eigenen Sicht: Wie viel würden Sie den für beispielsweise sechs Monate Vollzeitarbeit Brutto haben wollen? Wären Sie mit 10.000 Euro einverstanden oder eher nicht? Wie würden Sie reagieren, wenn Ihnen jemand unter 1.000 Euro dafür bietet?

Wie kalkuliert ein Ghostwriter sein Honorar?

Ghostwriter sind selbstständige Unternehmer. Aber anders als beispielsweise ein Handwerker kann ein Ghostwriter nicht auf Stundenbasis kalkulieren – jedenfalls nicht im Voraus, um einen Pauschalpreis zu errechnen – denn dazu ist der abgeschätzte Aufwand einfach viel zu ungenau. Ghostwriter kalkulieren deshalb normalerweise auf Monatsbasis. Aus Erfahrungswerten schätzen sie ab, wie viele Monate sie am konkreten Buch arbeiten werden. Multipliziert man die geschätzte Anzahl an Monaten dann mit dem zugrunde liegenden Brutto-Monatshonorar, kommt man auf die ungefähren Kosten für das Manuskript.

Als Richtwert gibt es auch ungefähre Seitenpreise, die zwischen 50 und 100 Euro pro Manuskriptseite liegen, mit denen man ein Buchprojekt kalkulieren kann. Diese relativ breite Spanne der Kosten pro Seite kommt durch die unterschiedliche Komplexität der verschiedenen Buchprojekte zustande, denn jedes Buch ist anders. Erfahrungsgemäß rechnen aber alle Autoren, die diese Seitenpreise kennen, für ihr eigenes Buch ganz automatisch mit dem niedrigsten Preis von 50 Euro pro Seite. Tun Sie das bitte nicht, zumindest dann nicht, wenn Sie halbwegs realistisch bleiben wollen, denn nur die wenigsten Buchprojekte sind an der untersten Grenze machbar.

Grundsätzlich ist es bei einem Ghostwriter gleich, wie bei jedem anderen Unternehmer auch, der seinen Stundensatz kalkuliert. Die Einnahmen müssen die Ausgaben abdecken und vom Rest muss der Unternehmer leben können. Anders geht es einfach nicht.

Lassen Sie mich versuchen, das anhand eines konkreten Beispiels zu verdeutlichen. Nehmen wir dazu an, ein Autor, der ein Sachbuch mit etwa 200 Seiten schreiben lassen möchte, fragt ein Angebot bei einem Ghostwriter an. Der Ghostwriter bietet das Manuskript für 15.000 Euro pauschal an und rechnet mit sechs Monaten Vollzeitarbeit (die er mit den Überarbeitungen mit Sicherheit auch brauchen wird). Das ist der Augenblick, nach dem der Ghostwriter vom potenziellen Autor, der im Internet von Kosten über etwa 1.000 Euro gelesen hat, meist nichts mehr hört.

Sieht man sich das Angebot des Ghostwriters aber näher an, lässt sich aus 15.000 Euro für 200 Seiten ein Seitenpreis von 75 Euro errechnen, der genau in der Mitte zwischen der bereits genannten Spanne von 50 und 100 Euro pro Seite liegt.

Betrachtet man das Angebot im Hinblick auf das Monatshonorar des Ghostwriters, so kommt man mit 15.000 Euro für sechs Monate Vollzeitarbeit auf ein Bruttohonorar von 2.500 Euro pro Monat für den Ghostwriter. Nach Abzug aller Kosten, Steuern und Abgaben bleibt dem Ghostwriter davon noch etwa die Hälfte. Auch wenn 15.000 Euro für 200 Seiten Manuskript auf den ersten Blick recht hoch erscheinen mag – würden Sie für gute 1.200 Euro netto im Monat Vollzeit arbeiten? Die meisten von Ihnen wahrscheinlich nicht. Der Ghostwriter hätte es getan, hätte der Autor, der nichts mehr von sich hören ließ, das Angebot angenommen.

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