Im Idealfall besteht die Kurzgeschichte sogar ausschließlich aus Handlung. Der Schriftsteller löst alles in Handlung auf, Personen, Orte, Umstände, Stimmung – einfach alles.

Iin der Kurzgeschichte ist es die Aufgabe des Schriftstellers, alles in Form von Handlung wiederzugeben. Er verzichtet weitestgehend auf Beschreibungen. Was wichtig ist, geht aus der Handlung hervor, was nicht, fällt weg. Jedes Wort in der Kurzgeschichte zählt. Beschreiben Sie also nicht die langen schwarzen Haare Ihrer Protagonistin, wenn diese Information für die Geschichte selbst nicht relevant ist. Auch wenn Ihnen der Gedanke an diese rassige Frau noch so gut gefällt, wenn es für die Geschichte egal wäre, wenn Ihre Protagonistin kurze blonde Haare hätte, dann ist diese Beschreibung sinnlos und muss raus. Wenn es hingegen relevant ist, lösen Sie es in Handlung auf – vielleicht färbt sie sich die Haare zu einem bestimmten Zweck ja schwarz. Genauso ist es mit den Örtlichkeiten in Ihrer Geschichte. Beschreiben Sie nicht, dass eine Höhle oder ein Kellergewölbe niedrig und dunkel ist. Wenn diese Information relevant ist, könnte sich eine Figur den Kopf anschlagen und vielleicht eine Taschenlampe oder eine Fackel anmachen. Oder auch für Stimmungen ist Handlung essenziell. Beschreiben Sie niemals, dass eine Ihrer Figuren beispielsweise nervös ist. Das ist nicht nur an Langeweile kaum zu übertreffen, sondern auch eine Beschreibung, die in der Kurzgeschichte nichts verloren hat. Wenn diese Nervosität relevant für die Geschichte ist, lassen Sie diese Figur etwas tun, wodurch sich diese Stimmung äußert. Vielleicht zittert sie, wirft ein Glas um oder reagiert sonst irgendwie gereizt. Wichtig ist die Handlung. Der Leser ist mitten in der Geschichte und erlebt selbst alles mit. Der Schriftsteller erklärt nicht und beschreibt nicht – der Leser sieht alles selbst vor seinem inneren Auge und bildet sich sein Urteil selbst.