Mit Oktober 2016 gehört die Kommentarfunktion in diesem Blog der Vergangenheit an. Abgesehen von den allseits beliebten Verfassern von Spam fühlt sich ohnehin niemand berufen, einen sinnvollen Kommentar zu hinterlassen. Meine Datenbank ist keine Müllhalde.

Ddiese Entscheidung fiel mir nicht leicht, denn irgendwie gehören Kommentare der Leser zu einem Blog einfach dazu. Letztendlich ausschlaggebend war für mich der Beitrag „5 gute Gründe die Kommentare abzuschalten und 5 Gründe dagegen“ im Blog von Peer Wandiger. Im Vergleich sind die fünf guten Gründe, die Kommentare abzuschalten für mich jedoch um einiges schwerwiegender als die dagegen. Im Folgenden möchte ich kurz auf genau diese Gründe eingehen.

Fünf Gründe, die gegen eine Kommentarfunktion sprechen

1.) Dieser erste „Nervfaktor“, dass Benutzer ihre URL, ihren Firmennamen oder fragwürdige Angebote im Feld für den Namen eingeben, wie im Blog von Peer beschrieben, trat bei mir eigentlich so gut wie gar nicht auf. Nun ja, ich würde so etwas auch nicht mühsam abändern sondern den ganzen Kommentar einfach als Spam disqualifizieren. Was jedoch relativ häufig vorkommt sind Benutzer, die Einzeiler schreiben wie „Cooler Artikel“ oder ähnliches, nur um einen Link zu bekommen. Auch so etwas betrachte ich nicht als Kommentar sondern definitiv als Spam. Für solchen Unsinn benötige ich keine Kommentarfunktion und ich habe auch nicht die Absicht, meine Zeit mit so etwas zu verschwenden. Sinnvolle und produktive Kommentare sind sehr positiv – solchen Quatsch braucht aber doch wirklich kein Mensch. Ich bin auch der Meinung, dass solche Kommentare meinen Blog auf ein Niveau hinunter ziehen würden, das ich nicht haben möchte.

2.) Fehlende Kommentare trotz hoher Besucherzahlen, die einen Blog etwas leer und leblos erscheinen lassen, sind auch ein Argument, wenn auch für mich nicht das wichtigste. Sicher finden manche Besucher Blogs ohne Kommentare „traurig“, aber ist nämlich der ganze Mist erst einmal aussortiert, bleibt so gut wie nichts mehr übrig und die meisten Beiträge bleiben sowieso unkommentiert. Auch an dieser Stelle also die Frage: Wozu dann eigentlich eine Kommentarfunktion?

3.) WordPress-Kommentare sind unsicher. Wo immer Nutzer etwas eingeben können, besteht auch die Gefahr, dass irgendjemand Schadcode einschleust. Das ist für mich eines der wichtigsten Argumente, wenn nicht überhaupt das wichtigste. Würde über die Kommentare auf meinem Blog etwas Produktives zustande kommen, könnte ich mit diesem Risiko leben. Wozu sollte ich diese Sicherheitslücke aber offen lassen, wenn ohnehin niemand etwas Brauchbares hinterlässt? Besonders im Hinblick darauf, dass es mir sehr wichtig ist, und ich auch einen entsprechenden Aufwand dafür betreibe, mögliche Sicherheitslücken zu schließen.

4.) Kommentare belasten die Datenbank. Einige wenige echte Kommentare stehen in meinem Blog Tausenden von Spam-Kommentaren gegenüber, die in der Datenbank verbleiben, weil sie ja das „Gedächtnis“ des selbstlernenden Spamfilters bilden. Meine Datenbank ist keine Müllhalde für Viagra & Co, „Cooler Beitrag“ oder andere, die nur auf einen schnellen Link aus sind. Mit dem Abschalten der Kommentarfunktion und dem Löschen aller Spam-Kommentare nehme ich diese Last von meinem System und mache es damit vielleicht ein klein wenig schneller, ganz im Sinne meiner Leser.

5.) Kommentare machen Arbeit, das stimmt. Ist diese Arbeit produktiv in Form von Gesprächen habe ich auch nichts dagegen. Spam und Einzeiler („Cooler Beitrag“) auszusortieren ist jedoch nicht produktiv und meiner Ansicht nach schade um die Zeit wenn unter dem Strich dann nichts mehr übrig bleibt. Dazu kommt, dass ich doch einen gewissen Anspruch an solche Gespräche habe, denn ich hätte auch überhaupt keine Lust dazu, sinnlos ausufernde Diskussionen zu moderieren, wie man sie in Blogs hin und wieder findet.

Fünf Gründe, die für eine Kommentarfunktion sprechen

1.) „Kommentare machen einen Artikel erst interessant. Die Diskussion über ein Thema ist doch fast immer spannender als der eigentliche Inhalt“, steht im Beitrag in Peers Blog. Nun ja, manchmal schon, in sehr vielen Fällen würde ich hier aber nicht zustimmen. Der Autor eines Beitrages weiß hoffentlich, wovon er spricht, während die Diskutierenden doch oft eher Laien sind. Warum sollten sie den Beitrag lesen, wenn sie eh Bescheid wissen und zudem nicht auf der Suche nach einem Backlink sind? Dass dieser Punkt sogar auf Bücher zutreffen soll, dem stimme ich übrigens überhaupt nicht zu. Ich bin selbst Autor und sehe überhaupt nicht ein, warum irgendwelche Diskussionen ein Buch besser oder schlechter machen sollten, geschweige denn überhaupt interessant sind.

2.) Kommentare bringen neue Sichtweisen mit sich und erzeugen eine Gemeinschaft. Dem stimme ich vorbehaltlos zu, sofern über die Kommentare sinnvolle Gespräche entstehen. „Cooler Beitrag“ und rezeptfreie Viagra bringen hier allerdings überhaupt nichts.

3.) Die Hoffnung auf sinnvolle, von Nutzern generierten Inhalte war für mich jahrelang das Hauptargument, die Kommentarfunktion überhaupt eingeschaltet zu lassen, nicht nur wegen der Suchmaschinen. Wenn die Inhalte der Nutzer aber auch von Suchmaschinen schwächer gewichtet werden, ist das für mich ein Grund, die Kommentarfunktion zumindest in meinem Blog grundsätzlich zu hinterfragen. Warum soll ich mich damit herumärgern wenn ohnehin niemand wirklich kommentiert und der Rest nur auf schnelle Backlinks aus ist? Ich erstelle meine Inhalte selbst und gut ist.

4.) Interaktion bindet den Leser an den Blog. Dem stimme ich zu – doch wo keine Interaktion stattfindet, wird auch kein Leser an den Blog gebunden. Für mich hätte dieses Argument dann Gewicht, wenn tatsächlich (sinnvolle) Interaktion stattfinden würde.

5.) Engagierte Nutzer, die fleißig Kommentare schreiben sind wichtig, wenn jemand finanzielle Interessen hinsichtlich Werbung und ähnlichem auf seinem Blog verfolgt. Das trifft auf mich jedoch ebenfalls nicht zu. Mein Blog ist werbefrei und wird es auch bleiben. Es kümmert mich also überhaupt nicht, was irgendwelche Werbetreibende von den Kommentaren auf meine Beiträge halten.

Kommentare sind Fluch und Segen

Für mich überwiegen im Moment in jedem Fall die Argumente gegen Kommentare im Blog. Möglicherweise ändert sich das irgendwann wieder, aber im Moment steht meine Meinung fest. Ich könnte mir vorstellen, die Möglichkeit zu kommentieren für einzelne ausgewählte Artikel befristet freizugeben, sofern mir das irgendwie sinnvoll erscheinen sollte.

Die Anekdote am Schluss des Beitrages in Peers Blog amüsiert mich, denn sie führt direkt auf meine Argumentation zum Punkt 1 der Gründe für die Kommentarfunktion. Auch in diesem Fall haben die Kommentare den Beitrag offensichtlich nicht aufgewertet, ganz im Gegenteil – einfach deshalb weil Laien ihr Halbwissen diskutieren und das eigentliche Wissen doch vom Autor selbst stammt. Wenn ich Blogs lese (das sieht aber wahrscheinlich jeder anders), dann zählt für mich in erster Linie der Beitrag selbst. Häufig lese ich die Kommentare überhaupt nicht, und wenn doch, dann überfliege ich sie nur kurz. Ich will die Expertenmeinung des Autors, nicht die Diskussionen von Laien gemischt mit erbärmlichen Versuchen, an einen Backlink zu kommen.

Fazit

Ich bin der Ansicht, dass sehr viele Kommentare im Internet schlicht und ergreifend nur wegen der damit verbundenen Backlinks geschrieben werden. Ich fände es interessant zu wissen, wie viel noch kommentiert würde, würde es diese Links nicht mehr geben, auch nicht mit dem Attribut „nofollow“. Außerdem sehe ich es überhaupt nicht als erforderlich an, alle meine Inhalte einer öffentlichen Diskussion zu stellen. Wozu denn bitte?

Da aber weder Gespräche noch Diskussionen in meinen Kommentaren stattfinden, ist das alles ohnehin recht akademisch. Mein Blog hatte über viele Jahre eine funktionierende aber nicht beziehungsweise kaum genutzte Kommentarfunktion. Diese ist nun Geschichte weil sie in diesem Blog überhaupt nichts bringt und alle Argumente dagegen wesentlich schwerer wiegen als die dafür.

Falls mir jemand etwas zu sagen hat oder mich etwas fragen möchte, bin ich ja immer noch über das Kontaktformular erreichbar.


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