Was braucht jemand, der Unterstützung beim Schreiben eines Buches sucht, einen Koautor oder einen Ghostwriter? Oder ist das nicht sowieso alles das Gleiche? Eines gleich vorweg: Nein, das ist es nicht, die Unterschiede sind sogar sehr groß. Was Sie konkret brauchen, hängt davon ab, wo das Problem liegt und was Sie am Ende haben wollen.

Rrecht häufig werde ich von potenziellen Autoren gefragt, wie es denn ablaufen würde, wenn ich als ihr Koautor ihr Buch schreiben würde. Fast genauso häufig stellt sich kurz darauf heraus, dass diese Autoren eigentlich keinen Koautor sondern einen Ghostwriter brauchen. Die umgekehrte Situation ist weitaus seltener. Daraus schließe ich, dass der Unterschied zwischen den beiden Begrifflichkeiten, des Koautors und des Ghostwriters, oft nicht so ganz klar zu sein scheint, sofern überhaupt klar ist, dass wir hier von zwei völlig unterschiedlichen Dingen sprechen. Lassen Sie mich kurz darauf eingehen und versuchen zu erklären, wo diese Unterschiede genau liegen, damit auch Sie im Fall des Falles wissen, wonach Sie konkret suchen müssen wenn Sie Unterstützung bei Ihrem Buch benötigen.

Ein Autor oder mehrere Autoren?

Ich möchte mit dem augenscheinlichsten Unterschied beginnen, aus dem sich alle weiteren dann ganz zwangsläufig ableiten lassen. Soll das fertige Buch einen Autor oder mehrere Autoren haben? Unter „Autoren“ verstehe ich in diesem Zusammenhang jene Personen, die auch auf dem Cover des Buches namentlich genannt sind. Die meisten Bücher haben nur einen Autor, es gibt aber durchaus auch Werke, die in Zusammenarbeit von mehreren Autoren entstanden sind. Einer davon nimmt zumeist eine führende Rolle ein während der andere beziehungsweise die anderen einen mehr oder weniger großen Beitrag zum fertigen Buch leisten. Daraus ergibt sich schon rein sprachlich der Begriff des „Koautors“ beziehungsweise der „Koautoren“.

Wer liefert die Inhalte?

Dieser Punkt ist ganz entscheidend. Während ein Ghostwriter keine eigenen Inhalte liefert und es seine Aufgabe ist, aus dem Wissen beziehungsweise der Geschichte des Autors ein brauchbares Manuskript für ein Buch zu schreiben, so ist es eine ganz zentrale Aufgabe eines Koautors, die Inhalte des Autors durch eigene zu ergänzen. Wer zu seinem Buchprojekt einen Koautor hinzuzieht, der braucht im Normalfall keine Hilfestellung bei der schreiberischen Umsetzung der eigenen Inhalte, sondern er braucht das Fachwissen, also die Inhalte einer weiteren Person – bei Sachbüchern sind das häufig Experten aus einer anderen Disziplin als der des Autors.

Wer kümmert sich um die schreiberische Umsetzung?

Im Falle der Zusammenarbeit von Koautoren, bei der es zentral darum geht, die Inhalte mehrerer Autoren in ein Buch zu bringen, macht das im Normalfall jeder der Autoren für seinen Teil des Buches selbst. Natürlich werden sich die Autoren dabei weitestgehend unterstützen, aber es ist nicht die Aufgabe eines Koautors, die Inhalte des anderen Autors für diesen zu schreiben, denn damit wäre er kein Koautor sondern ein Ghostwriter. Der Ghostwriter ist derjenige, der für einen Autor schreibt, sollte dieser nicht über die dafür nötige Zeit oder die handwerklichen Fähigkeiten verfügen, ein Manuskript zu schreiben, das für ein Buch brauchbar ist, er liefert jedoch keine eigenen Inhalte für das Buch sondern verarbeitet dabei ausschließlich die Inhalte des Autors.

Namentliche Nennung als Autor auf dem Buchcover

Üblicherweise werden Koautoren namentlich auf dem Cover des Buches genannt, meistens in der Reihenfolge des Gewichts ihres Beitrages am Buch, sofern es sich denn um mehrere handelt. Ansonsten steht zuerst der Hauptautor gefolgt vom Koautor auf dem Cover. Im Gegensatz dazu steht der Name eines Ghostwriters so gut wie nie auf dem Buch. Manchmal wird ein Ghostwriter in der Danksagung erwähnt, meistens jedoch nicht einmal das. Normalerweise wird ein Ghostwriter überhaupt nirgends namentlich erwähnt.

Von Honoraren und Tantiemen

Auch in finanziellen Dingen unterscheiden sich Koautoren von Ghostwritern. Ein Ghostwriter schreibt für einen Autor dessen Buch mit ausschließlich dessen Inhalten. Seine Tätigkeit ist die handwerkliche Umsetzung eines fremden Buches. Dafür erhält er vom Autor ein vorher vereinbartes festes Honorar und ist nicht an den Verkaufserlösen des Buches beteiligt. Natürlich gibt es dabei Ausnahmen aber bei solchen Auftragsarbeiten übernehmen die wenigsten Ghostwriter das wirtschaftliche Risiko des Autors. Der Ghostwriter macht seine Arbeit und verrechnet dafür sein Honorar – so einfach ist das. Anders sieht es im Falle von Koautoren aus. Dadurch, dass ein Koautor eigene Inhalte in das Buch einbringt, ist es (teilweise) auch sein Buch. Der Koautor wird vom Hauptautor üblicherweise nicht für seine Dienste bezahlt, sondern ist am Erfolg des Buches beteiligt. Auch hier wird es möglicherweise Ausnahmen geben, aber das ist der Regelfall.

Auf den Punkt gebracht

Ghostwriter …

  • Schreiben das Buch eines Autors.
  • Liefern keine eigenen Inhalte und verarbeiten ausschließlich die Inhalte des Autors.
  • Kümmern sich zentral um die schreiberische Umsetzung der Inhalte des Autors.
  • Werden namentlich nicht genannt.
  • Verrechnen für ihre Arbeit ein vorher vereinbartes Honorar.

Koautoren …

  • Schreiben mit einem beziehungsweise mehreren anderen Autoren ein gemeinsames Buch.
  • Tragen zum Inhalt eines Buches einen eigenen Teil bei, den der Autor nicht abdecken kann.
  • Schreiben im Normalfall ihren Teil des Buches – der Autor macht seinen selbst.
  • Werden namentlich genannt.
  • Sind über Tantiemen am Erfolg des Buches beteiligt.

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